Nagelsmann blickt auf die neue Saison

Der Transfermarkt läuft zwar noch rund sechs Wochen, doch für den FC Bayern München steht eigentlich bereits jetzt fest: Die wichtigste Neuverpflichtung sitzt auf der Bank. Hier beerbt schließlich Julian Nagelsmann den bisherigen Übungsleiter Hansi Flick. Der 33-Jährige gilt als das größte Trainertalent Deutschlands, wenn nicht sogar Europas. Dass er schon in so jungen Jahren einen der besten Vereine der Welt führen darf, unterstreicht dies. Nagelsmann weiß im Gespräch mit dem „kicker“ aber auch ganz genau, was auf ihn an seiner Wirkungsstätte zukommt. Bleiben die Siege aus, „ist die Konsequenz in München dramatischer.“ Dies sei „der große Unterschied zu anderen Klubs“, so der ehemalige Hoffenheimer.

Nagelsmann plant „keine revolutionäre Neugestaltung“

Bei den Bayern ist Nagelsmann in einer besonderen Position. Er beerbt keinen gescheiterten Trainer. Flick ist nach sehr erfolgreichen 20 Monaten auf eigenen Wunsch hin gegangen. Es werde deshalb auch „keine revolutionäre Neugestaltung“ geben, kündigt der 33-Jährige an. Er wolle vielmehr an der Defensive arbeiten, die in vergangenen Spielzeit 44 Gegentreffer erdulden musste. Helfen soll diesbezüglich ein „gutes und häufiges Gegenpressing“.

Auch für seine Flügelstürmer Kingsley Coman, Leroy Sané und Serge Gnabry hat Nagelsmann Ideen. Diese hätte allesamt „überragende Qualität“, doch ihre Quote sei noch verbesserungsfähig. Die Spieler müssten „die ideale Positionierung im torgefährlichen Raum einnehmen“, um zu mehr erfolgreichen Abschlüssen zu kommen. Außerdem möchte der neue Trainer „hohe Zielbälle als Mittel“ einführen, die gegnerspezifisch zur Anwendung kommen sollen. Bei der Spieleröffnung wünscht sich der 33-Jährige „Mut“. Seine Mannschaft müsse „ohne viele lange Bälle auskommen.“

Die Bayern-Profis dürften sich darauf einstellen, ihn als authentische Person zu erleben. Er spiele „hier keine Rolle.“ Er wolle sich in seinem Job nie verstellen, sondern stets er selbst sein. Sei dies irgendwann nicht mehr möglich, wolle er die Aufgabe „nicht mehr machen“, schildert Nagelsmann, der sich selbst als „lebensfrohen, lebensbejahenden Typ mit meistens guter Laune“ beschreibt. Diese vergeht ihm gelegentlich bei Rückschlägen. Aber auch jene wisse er zu nehmen, versichert der Bayern-Trainer: „Du musst auch auf die Nase fallen. Erfahrung bekommst du über das Leben.“

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